Krisenskulpturen

Tobias Becker und Astrid Piethan
Krisenskulpturen, Skulptur/Fotografie, März/April 2020 

Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_01_Pfanne
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_02_Hocker
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_03_Lampe
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_04_Chaos
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_05_Kehrblech
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_06_Schrank
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_07_Knochen
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_08_Vorhang
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_09_Mond
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_10_Seife
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_11_Ei
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_12_Besen
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_14_Detail
Krisenskulptur_Tobias_Becker_Astrid_Piethan_13_Matratze

Die derzeitige Situation zwingt uns dazu, uns in die eigenen vier Wände zurückzuziehen. Das Heimelige des eigenen Zuhauses, so stellt man nach einiger Zeit des forcierten Verweilens fest, ist kein Geschenk, formuliert es sich doch stets in Korrespondenz zum Außen, das auf einmal weggefallen ist. Dem Gewohnten ist das Wohlige genommen, die eigenen Wohnräume verschwimmen langsam aber sicher mit inneren Räumen und Gedankenwelten, die kein Ende finden, da es kein Ende gibt. In diesem aus den Fugen geratenen Alltag übernehmen mäandernde Gedanken die Regie, sie stehen als spekulative Objekte im Raum, aufgeladen, aber ohne Richtung.

Das Modellieren negativer Gussformen in Ton ist eine suchende Tätigkeit. Man arbeitet blind, die Aufmerksamkeit ganz auf den Tastsinn gerichtet, der in diesen Tagen eine seltsame Renaissance erlebt. Im Gipsabguss manifestieren sich die Gesten dieses Suchens. Sie werden als Skulpturen greifbar, erklären sich aber nicht. Im Gegenteil: sie tragen ein weiterführendes und unkontrolliertes Eigenleben in sich, denn sie treten in ein dialogisches Verhältnis zum Raum, der sie umgibt und in dem sie entstanden sind. Als unberechenbare Akteure unterwandern sie alltägliche Rituale und Handlungsabläufe und werden somit zu Protagonisten einer Krise der Verschmelzung physischer und psychischer Räume. 

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